Geschichte

Aus der Geschichte des Mandolinenorchesters:

 

Der Mandolinenclub Wandervogel Birgden wurde 1925 am "Klee Wetsche" (Gaterstr./heutige Fasanenstr.) gegründet. Dort fanden sich einige Freunde der Zupfmusik zum geselligen Musizieren zusammen. Peter Jansen leitete den Verein als Vorsitzender und Dirigent.

 


Die ersten Mandolinenspieler waren:

Peter Jansen (Reniere Pet)

Fritz Thönnissen (Fritze Fritzke)

Albert Gerards (Deljes Albert)

Johann Esser (Essere Juen)

 

Zu diesem Quartett gesellten sich dann:

 

Heinrich Molls (Drikskes Hein)

Peter Bougie (Bougie Pet)

Christian Storms (Storms Chrestian)

Willi Jansen (Marlienkes Will)

Gerhard Beumers (Küepkes Gerad)

Paul Beumers (Küepkes Paul)

Franz Molls (Driskskes Fränz)

Josef Gesell (Jeselle Jöf)

Josef Jansen (Reniere Jöf)

Heinrich Scheufens (Schöves Hein)

 

Die zu Anfang benutzten Instrumente wurden bald gegen bessere ausgetauscht, die Mitgliederzahl erhöhte sich noch um folgende Spieler:

 

Peter Wienen

Leo Palmen

Josef Meuffels

Lambert Schröder

Franz Jansen


                         
                                 

Es wurden ohne Notenkenntnisse nur Volkslieder einstudiert, bis Herr Lehrer Pelzer, ein Freund der Zupfmusik, sich anbot, den einzelnen Spielern die erforderlichen Notenkenntnisse zu vermitteln. Dem Lehrer Pelzer ist es zu verdanken, dass bald zu den Volksliedern auch nach Noten erlernte Konzertstücke hinzukamen. Von den Erfolgen des Mandolinenclubs Wandervogel zeugen mehrere errungene Auszeichnungen bei auswärtigen Veranstaltungen.
 


 

Zu obenstehender Urkunde wird folgende Erzählung überliefert:

Es war früher üblich, dass man mit dem Fahrrad, mit den Instrumenten und Verpflegung im Gepäck zu den Wettstreiten fuhr. Bei spät abendlicher Heimfahrt wurde der errungene zweite Preis, eine wunderschöne metergroße Gipsfigur, einem Spieler auf dem Fahrrad mitgegeben.
Diesem Spieler wurde auf der langen Heimreise die Figur zu schwer. Daher beschloss man, die Figur in einem Kornfeld zu verstecken, um sie am nächsten Tag nach Hause zu holen.
Leider hat man das entsprechende Kornfeld nicht mehr wiedergefunden.



Durch die Auswirkungen des Krieges reduzierte sich auch beim Mandolinenclub – wie bei allen Vereinen – die Mitgliederzahl. Vom Vereinsvermögen sowie von den Instrumenten war nichts mehr vorhanden.

Trotzdem scharte Peter Jansen 1949 seine alten Kameraden zwecks Wiedergründung des Vereins um sich. Wieder waren es die alten Gründer, die mit dem Vereinsnachwuchs entweder durch aktive Mitarbeit oder durch finanzielle Unterstützung, u.a. auch von Seiten der Gemeinde, dem Mandolinenclub zum Neuanfang verhalfen.

Im Mai 1950 stellte sich der Verein bei einem Gesangs- und Musikfest in Birgden zum ersten Mal wieder der Öffentlichkeit vor.


Im Jahre 1952 beschloss man, die Doppelfunktion des Dirigenten und Vereinsvorsitzenden aufzuheben, um Peter Jansen in seinen Aufgaben zu entlasten. Es fand eine Wahl statt, bei der Franz Molls zum Vorsitzenden gewählt wurde. Peter Jansen leitete den Mandolinenclub fortan als Dirigent weiter.

Von der Aktivität des Vereins außerhalb seines Heimatdorfes nach dem Krieg zeugt so manche Siegestrophäe. Der Mandolinenclub nahm an verschiedenen Wettstreiten in näherer und weiterer Umgebung teil. Nachfolgende Urkunden dokumentieren beispielhaft die Teilnahme an diversen Auftritten. 





Die Maischatzversteigerung, die 1952 erstmalig vom Mandolinenclub veranstaltet wurde, war aus demdamaligen dörflichen Leben nicht mehr wegzudenken. So manches Birgdener Mädchen erinnert sich noch gern an die Ständchen, ganz besonders in der Mainacht, die ihnen dargebracht wurden. Die Maifeierlichkeiten wurden ab dem Jahre 1966 in Zusammenarbeit mit dem Birgdener Tambourcorps und dem Birgdener Musikverein durchgeführt.

Im Jahre 1962 übernahm Hans Kohnen den Vereinsvorsitz von Franz Molls. 

In den Jahren 1964-1966 konnten die nach dem Krieg eingekauften Musikinstrumente durch neue ersetzt werden, die eine wesentliche Klangverbesserung für den Verein brachten.

Im November 1970 wurde der Verein auf Initiative des Vorsitzenden in das

Vereinsregister eingetragen und führte nun offiziell die Bezeichnung "Mandolinenclub Wandervogel Birgden e. V. "

In der Zeit vom 14. bis 16. August 1971 feierte der Mandolinenclub sein 45jähriges Bestehen.


Es fand ein Festaufzug um den „Großen Pley“ statt.




Befreundete Vereine aus nah und fern konzertierten auf dem „Großen Pley“ in einem Musikpavillon. Seit dieser Zeit nutzte der Verein diesen fahrbaren Musikpavillon für mehrere Konzerte.

Die seit 1972 alljährlich stattfindenden Konzerte in der Mehrzweckhalle bzw. in der Pfarrkirche Birgden tragen bis heute zur Bereicherung des kulturellen Lebens in der Gemeinde bei und sind zu einer festen Einrichtung innerhalb des Kulturprogramms der Gemeinde geworden.

Ein großer Teil der Mandolinen und Gitarren wurde in den Jahren 1972-1973 durch neue Instrumente ersetzt. Die zu dieser Zeit eingesetzten japanischen Mandolinen begeisterten Spieler und Zuhörer. 

Im Jahre 1974 nahm das Orchester mit dem Pflichtvortrag "Ouvertüre Nr. 4 in  h-Moll" von Wölki und dem Wahlvortrag "Armonie alpine" von Sartori am "Wereldmuziekconcours" in Kerkrade (NL) teil und erzielte einen beachtlichen Erfolg.

Die Mandolinen- und Gitarrenmusik konnte bei Darbietungen im Freien und bei Veranstaltungen in großen Räumen wegen der begrenzten Lautstärke der Instrumente nicht ausreichend wahrgenommen werden. Der Verein entschloss sich daher im Jahre 1976, eine Verstärkeranlage mit hoher Leistung anzuschaffen. Die Anlage wird bis heute durch Vereinsmitglieder bedient und gewartet und bringt eine wesentliche Verbesserung bei den vielen Konzerten. 

Vom 14. bis 22. Mai 1977 feierte der Mandolinenclub sein 50jähriges Vereinsjubiläum.

Folgende Gründungsmitglieder konnten das Fest noch miterleben:



obere Reihe von links nach rechts:

Johann Esser, Christian Storms, Josef Jansen, Franz Molls, Gerhard Beumers

untere Reihe:

Albert Gerards, Peter Jansen, Heinrich Molls

 

Vereinsbild aus dem Jahre 1977 auf demSchulhof der Grundschule in Birgden.

Das Festprogramm wurde am 14. Mai 1977 mit einem Konzert in der Mehrzweckhalle in Birgden eröffnet. Neben Tanzveranstaltungen im Festzelt fand am 22. Mai ein Konzert der Gastvereine auf dem„Großen Pley“ statt, an dem17 Mandolinenorchester, sechs Musikvereine und drei Gesangvereine mitwirkten.

Den Mitbegründern des Orchesters wurde aus Anlass des 50jährigen Bestehens jeweils eine Urkunde überreicht. Abgebildet ist die Urkunde des langjährigen Dirigenten Peter Jansen.



Das 50jährige Bestehen des Vereins nahm Peter Jansen zum Anlass, sich aus

Altersgründen vom aktiven Vereinsleben zu verabschieden. Er übergab den Taktstock nun an Theo Görgen aus Alsdorf-Mariadorf. Theo Görgen leitete zu dieser Zeit bereits die Mandolinenkonzertgesellschaft in seinem Heimatort. Bis zum Jahre 1989, somit ca. 12 Jahre, dirigierte er den Mandolinenclub Birgden mit großem Engagement und musikalischem Sachverstand.

Da Theo Görgen Dirigent beider Vereine war, entstand sehr schnell eine enge

Freundschaft zwischen den Orchestermitgliedern. Besonders bei Konzerten unterstützten sich die Musiker gegenseitig. So konnten beide Orchester, insbesondere auch in Zeiten mit geringeren Mitgliederzahlen stets Auftritte mit entsprechender Klangfülle gewährleisten.

Im Jahre 1989 gab Theo Görgen das Dirigat an Frau Renate Reich ab. Frau Reich war ihm als Musikdozentin und langjährige Musikerin im Mariadorfer Orchester bereits bekannt und führte das Dirigat in seinem Sinne fort. 

Beim Zupfinstrumentenbauer Wilhelm Stengel aus Erlbach im Vogtland wurden fünf neue Mandolinen im Jahre 1992 angeschafft.

Vom 12.-15.05.1994 unternahm der Mandolinenclub - begleitet von vielen Freunden des Orchesters – eine Konzertreise in das Samerberger Hochtal in Oberbayern. Das Hochtal liegt zwischen Inn und Chiemsee. Die Mandolinenmusik kam auch in dieser Region bei den Einheimischen sehr gut an, obwohl sie dort eher unbekannt ist. Ein Gottesdienst und ein typischer Volksmusikabend wurden mitgestaltet, bei dem auch die bayerischen Freunde ihr musikalisches Können bewiesen. Neben den musikalischen Darbietungen zählten eine Reihe von Wanderungen, die Besteigungdes 1.569 m hohen Hochries, die Besichtigung des Schlosses Herrenchiemsee sowie eine Bootsfahrt zur Fraueninsel bei herrlichem Sonnenschein zum interessanten Rahmenprogramm. Selbst auf der Busfahrt nach Hause wurde noch so manches Lied gespielt und gesungen, so dass alle gut gelaunt wieder nach Hause kehrten.

 





Auch mit dem Karkener Mandolinenclub „Edelweiß Karken“ unter der Leitung des damaligen Dirigenten Herrn Peter Krings verbindet das Orchester eine enge

Freundschaft. So wurden bereits desöfteren gemeinsame Konzerte veranstaltet.

Vom 02.-06.10.1996 unternahmen beide Mandolinenorchester zusammen eine Reise zur Heinsberger Partnerstadt Ozimek in Polen. Das Karkener Orchester war bereits zum zweiten Mal dort. Es waren sehr abwechslungsreiche Tage, bei denen die Musik nicht zu kurz kam. So zählten mehrere Konzerte als auch ein Auftritt in einem integrativen Kindergarten zum Programm. Die Abende wurden in geselliger Runde bei schlesischen Spezialitäten, Musik und Tanz und bei viel guter Laune verbracht.

Ausflüge in die Umgebung, z.B. zum Franziskanerkloster auf dem Anna-Berg oder zur Klosteranlage “Jasna Gora“ in Tschenstochau mit dem dort verehrten Gnadenbild der „Schwarzen Madonna“ rundeten die Reise ab und machten sie zu einem echten Erlebnis.


Nach kurzer, schwerer Krankheit verstarb im Juni 1999 der langjährige Vorsitzende

Hans Kohnen. Er hatte sich stets unermüdlich mit geschickter Hand für die Belange desVereins eingesetzt. 

Im August 1999 wurde Ludwig Dohmen von den Vereinsmitgliedern zum neuen

Vorsitzenden gewählt.     

Am 1. März 2000  übernahm Frau Christel Haak aus Alsdorf das Dirigat von Frau Renate Reich und leitet dieses bis zum heutigen Tag.

Im Oktober 2000 wurde der Vereinsname im Vereinsregister des Amtsgerichts Geilenkirchen umbenannt in: "Mandolinenorchester Wandervogel Birgden e. V.“, was auch immer schon dem Wunsch von Hans Kohnen entsprach.

Am 27. Oktober 2001 fand ein Gemeinschaftskonzert der Kirchenchöre der Pfarren Straeten, Waldenrath und Birgden sowie des Mandolinenorchesters in der Mehrzweckhalle Birgden statt. Vor ausverkauftem Haus begeisterten ca. 100 Sänger und Musiker ihr Publikum.

Das Mandolinenorchester unternahm zusammen mit einigen Freunden des Orchesters vom 07.–10.06.2003 zumzweiten Mal eine Konzertreise in das Samerberger Hochtal in Oberbayern. Für das Orchester standen auch in diesem Jahr mehrere musikalische Veranstaltungen auf dem Programm, beispielsweise die Mitgestaltung eines Gottesdienstes in der Pfarrkirche von Rossholzen sowie ein bunter Abend in Törwang zusammen mit Samerberger Volkmusikanten und einer Kindertrachtengruppe. Die Samerberger Gruppen trugen eindrucksvoll in der bayerischen Tradition stehende Stücke auf Querflöte, Klarinette, Harfe, Hackbrett und Akkordeon vor und die Kinder plattelten eifrig zur zünftigen Musik. Besonders außergewöhnlich waren auch die Vorträge auf den kleinen Okarina-Flöten, die von einem Ehepaar im Duett gespielt wurden. Bei außergewöhnlich sommerlichem Wetter standen auch eine Reihe von Wanderungen und Besichtigungen in der schönen Umgebung sowie eine Bootsfahrt auf dem Chiemsee auf dem Programm. Die Abende wurden in geselliger Runde mit viel Mandolinenklängen verbracht. Die herrliche Landschaft und das fröhliche Beisammensein bleiben sicherlich für alle Teilnehmer in schöner Erinnerung.

 

Erstmalig am 1. November 2003 gastierte das Orchester im Schloss Zweibrüggen in Übach-Palenberg. Die Zupfmusik harmonierte hervorragend mit der Atmosphäre des Schlosses. Davon konnten sich auch die zahlreichen Konzertbesucher überzeugen.


Auch ein Jahr später, am 1. November 2004, begeisterte das Orchester im herrlichen Ambiente des Schlosses seine Zuhörer aufs Neue.

Seit vielen Jahren besucht das Mandolinenorchester in der Weihnachtszeit kranke und alte Menschen. So werden in den Krankenhäusern Geilenkirchen und Gangelt und in den Altenheimen Hoengen, Waldenrath und Geilenkirchen immer wieder musikalische Ständchen dargebracht. Die Musiker müssen stets versprechen, im nächsten Jahr wiederzukommen, was die Freude  und Begeisterung dieser Menschen über unseren Besuch zum Ausdruck bringt.

Es gehört schon zur Tradition des Vereins, dass alljährlich ein Weihnachtskonzert in der Pfarrkirche St. Urbanus in Birgden gegeben wird. Auch dieses findet in der Bevölkerung immer wieder regen Anklang.

 

Zum Schluss möchten wir ein Wort des Dankes an die Birgdener Bevölkerung und unsere treuen Fördermitglieder richten, die unseren Verein in all den Jahren unterstützt und ihm die Treue gehalten haben.

 

Wir werden uns bemühen, Sie auch in Zukunft mit unserer Musik zu erfreuen.